TEILEN

Laut Cnet soll LG sich als vermutlich letzter Flaggschiff-Hersteller davon verabschieden, Kunden die Möglichkeit zu geben, den Akku auszuwechseln. Bislang war dies in LG-Smartphones der Oberklasse ein Alleinstellungsmerkmal, selbst im mit Metall-Unibody ummantelten G5 konnte der Akku per Modul herausgenommen werden. Im G6 soll damit nun Schluss sein, so ein Analyst, auf den sich im Bericht berufen wird. Grundlegend dafür sei die künftige IPXX-Schutzklasse, die für ihre Klassifizierung keinen herausnehmbaren Akku mehr duldet.

Des Weiteren soll LG im neuen Flaggschiff einen alten Trick wieder hervorholen: Bereits im Erfolgsmodell LG G4 kam der Qualcomm-Prozessor des – damals – Vorjahres zum Einsatz. Auch 2017 soll LG auf den Snapdragon 821 setzen, anstatt auf den neuen Snapdragon 835 aus der Chip-Schmiede zu warten. Hier sollen terminliche Gründe ausschlaggebend gewesen sein: Mit einem frühen Release des Top-Smartphones – erwartet wird es auf dem MWC Ende Februar – will man sich einen Zeitvorteil, zum Beispiel gegenüber Samsung, verschaffen. Dies sei mit dem Snapdragon 835 offenbar nicht möglich.

Die Smartphonereihe für Experimente

LG nutzt die G-Flaggschiff-Serie bereits seit mehreren Generationen für “Experimente”, die das Smartphone – zumeist optisch – von der Konkurrenz abheben. Zuerst wanderte der Home-Button auf die Rückseite, beim G4 war dann das Display nach innen gewölbt. Bis zum G5 wurde LG für diese Finessen von den Kunden nicht abgestraft. Bei LG ist man den getroffenen Aussagen zufolge wohl auch nicht überzeugt davon, dass das ausbleibende Kundeninteresse an der modularen Bauweise des LG G5 liegt.

Dennoch hat LG den Erfolg seines Zöglings auch im kommenden Jahr wohl nicht in der eigenen Hand. Die Beliebtheit des eigenen Flaggschiffs hängt zunehmend vom ausbleibenden Erfolg der Konkurrenz, allen voran Samsung, ab. In diesem Jahr hat der Konkurrent aus dem eigenen Land mit dem Galaxy S7 – insbesondere der edge-Version – den Testsieger hervorgebracht. Die Bestenliste auf inside-handy.de bestätigt diese Annahme: Bei den Tests, die die Redaktion durchgeführt hat, konnte sich das S7 edge in diesem Jahr von der Konkurrenz aus dem Android-Lager absetzen. 2017 beginnt dieses Rennen von Neuem und die Gerüchteküche brodelt.

Nun tauchte knapp einen Monat vor der offiziellen Veröffentlichung auf dem MWC eine ganze Reihe hochauflösender Bilder des LG G6 aus verscheidenen Quellen auf. Sie zeigen das Gerät aus verschiedenen Blickwinkeln, zum Teil mit Bemaßung und zum Teil soll es sich bei den Fotos um einen Prototypen handeln. Damit kann das Design des LG G6 schon jetzt in groben Zügen beurteilt werden – könnte sich aber auch noch ändern.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Mit den neuen Bildern kann eines mit sehr großer Sicherheit behauptet werden: Das LG G6 wird ein weniger experimentelles Design besitzen, als sein Vorgänger LG G5. Die auffälligsten Designelemente sind die Kamera- und Fingerabdruck-Module im Metallgehäuse, die Tastenanordnung und das Display-Design.

Die Kamera-Module, die in einen gebürsteten Metall-Unibody eingelassen sind, zeigen sich symmetrisch angeordnet und ohne erkennbaren organischen Hügel, wie beim LG G5. Dazu sind die Objektive nun gleich groß und kommen ohne erkennbare Laser-Sensorik aus. Damit verschwindet auch das kleinteilige Design zwischen den beiden Kameras. Der Fingerabdrucksensor schlägt in die gleiche Kerbe und gibt sich unaufgeregt und mittig unterhalb der Kameramodule. Er rundet das symetrische Design ab.

Der biometrische Sensor könnte ganz ohne mechanischen Taster auskommen. Dafür spricht, dass es wohl einen dezidierten Power-Button an der rechten Flanke des Smartphones geben wird. Somit wandert nun auch das letzte Bedienelement von der Rückseite in den Rahmen. Das Konzept der rückseitigen Steuerung, wie es beim LG G4 zur Gänze umgesetzt war, wird also nun endgültig über Bord geworfen.

Auf der Front zeigt sich das LG G6 sehr aufgeräumt und besticht durch kleine Ränder um das Display herum. Gerade oberhalb des Panels erspart man sich Design-Experimente wie beim LG G5 und macht den Schritt zurück zum platzsparenden Design des LG G4, das trotz 5,5 Zoll recht kompakt baute. Das auffälligste Designelement beim Display liegt jedoch in den Ecken des Panels. Anscheinend will LG sein Display mit abgerundeten Ecken ausstatten, was mehr als ungewöhnlich ist.

G6 erstmals in weiß gesichtet
Auch eine weiße Variante des G6 hat LG offenbar in Planung. Ein neues Foto eines Prototyps zeigt diese Farbversion erstmalig. Das auf ITHome veröffentlichte Foto zeigt das einzelne Front-Panel der weißen Geräte.

Wie auch schon bei den bisher durchgesickerten Bildern des LG G6 nimmt das Display, das man in der weißen Variante besonders gut vom Rest der Front unterscheiden kann, besonders viel Raum auf der Front des mutmaßlichen LG G6 ein. Das Layout von Sensoren, Frontkamera und Lautsprecher entspricht jedoch dem bekannten. Auch Hardware-Buttons sucht man auf der Front des Geräts nach wie vor vergeblich.

Display des LG G6

Gebogenes Display vs. Standard-Bildschirm
Wie die Techikseite Phonearena unter Berufung auf die koreanische Webseite ChosunBiz berichtet, soll das LG G6 keinen gebogenen Bildschirm besitzen. Grund dafür sei, dass der zuständige Lieferant die benötigte Menge der OLED-Panels wegen fehlender Technik in den Produktionsstätten nicht herstellen konnte. Trotzdem soll ein LG-Smartphone mit gebogenem Display nicht vom Tisch sein: Gerüchten zufolge soll der Hersteller im zweiten Quartal des kommenden Jahres mit diesem Bauelement aufrüsten; das G6 allerdings soll bereits in der ersten Jahreshälfte 2017 erscheinen, sodass hier vermutlich auf eine flache Variante zurückgegriffen wird.

Das ungebogene Display bestätigt sich nun anscheinend: Ein erstes Render-Bild des LG G6 zeigt das nur leicht veränderte Design. Eines ist jedoch deutlich sichtbar: Die Front zeigt keine Wölbung am Gehäuse. Damit sollte auch das gebogene Display, das unter anderem auch im LG G4 zum Zuge kam, vom Tisch sein.

LG stellt Display mit QHD+ vor
Die Gerüchte zu einem ungebogenen Display beim LG G6 bekommen neue Nahrung: LG hat ein neues Display mit einer Diagonalen von 5,7 Zoll vorgestellt, das mit einem ungewöhnlichen Seitenverhältnis von 18:9 daher kommt und eine Auflösung von 1.440 x 2.880 Pixeln bietet. Damit soll eine Pixeldichte von knapp 570 ppi entstehen.

Es baut auf die LCD-Technologie und braucht fast keinen Rand: Es ist 1 mm dünn und besitzt einen eigenen Rahmen, der an den Längsseiten lediglich 0,2 mm und an der unteren Rahmenseite geringe 0,54 mm dick ist. Dazu soll es 30 Prozent sparsamer sein, als sein Vorgänger.
Das Display wird mit dem neuen LG G6 in Verbindung gebracht, obwohl es um einiges größer ist, als das Display des LG G5, dem legitimen Vorgänger des LG G6. Das G5 besitzt ein Display mit 5,3 Zoll und wurde damit gegenüber dessen Vorgänger LG G4 kleiner.

Gegebenenfalls, das jetzt vorgestellte Display wird tatsächlich in ein LG G6 eingebaut, gibt es somit zwei Möglichkeiten: Entweder LG will sein G6 größer gestalten und damit wieder das Größte alleinstehende Flaggschiff am Markt bieten oder LG folgt dem Trend zu einem Spitzenmodell-Paar, das mit einem LG G6 und einem LG G6 Plus oder Pro mit größerer Display-Diagonale daher kommen könnte.

Ausstattung des LG G6

Neben einer gebogenen Displaykomponente wird darüber hinaus berichtet, dass das G6 möglicherweise mit einer neuen Ladetechnik ausgestattet wird, durch die nicht nur das Smartphone, sondern mehrere Geräte zeitgleich kabellos aufgeladen werden können. Nicht zuletzt soll das künftige Spitzenmodell ein Gewand tragen, welches Glas und Metall vereint. Ob diese Informationen der Wahrheit entsprechen, ist derzeit nicht eindeutig klar.

Ein neues Video zeigt das G6 ohne gebogenes Display und mit einem recht herkömmlichen Design. Vor allem sind in diesen Bildern die modularen Bauteile nicht zu sehen. Neben diesem Charakteristikum zeichnet sich der Vorgänger LG G5 vor allem durch die Doppelkamera aus, die zwei Brennweiten bietet. Hier könnte LG die Eigenschaft auch mit in das G6 übenehmen. So ist die doppelte Kameraausstattung auf der Rückseite eindeutig zu erkennen.

Iris-Scanner soll mit neuem G6 kommen
Kürzlich stellte LG Innotek ein neues Modul vor, das gleichzeitig als Iris-Scanner und Frontkamera fungiert. Damit könnte das neue LG G6 das erste Smartphone werden, das auf ein Kombi-Modul setzt, anstatt mit zwei separaten Linsen ausgestattet zu sein. Mit Einführung des Galaxy Note7 war es Samsung, die zuletzt ein Smartphone mit Iris-Scanner der breiten Masse zugänglich machten. Das Note7 verfügte dabei über eine Frontkamera und eine zusätzliche Linse, die den Besitzer des Smartphones anhand der Iris identifizieren sollte. Microsoft hatte dieses Feature in seiner späten Lumia-Reihe ebenfalls angeboten.

Durch das große Akku-Desaster musste das Note7 letztendlich vom Markt genommen werden, bei Microsoft ruht die Handy-Sparte weitgehend. Die Smartphone-Welt wartet also auf weitere Iris-Scanner in Smartphones. Dass das LG G6 diese Erwartungen erfüllen wird, ist nicht unwahrscheinlich; mit dem neuen Modul, das über eine Art Filter-Mechnismus verfügt, um zwischen Scannen des Auges und Auslösen für Fotos zu wechseln, hat LG eine sehr kleine und damit ideale Smartphone-Lösung vorgestellt. Gegenüber Androidauthority soll ein anonymer LG-Insider bestätigt haben, dass das Unternehmen die neue Technologie in den kommenden Smartphone-Generationen verbauen will.

G6 kommt mit Quad-DAC-System für Audio-Ausgabe
Hi-Fi-Freunden wird das Herz aufgehen, denn LG plant neuesten Gerüchten zufolge für das G6 ein Quad-DAC-System zu verbauen und so die Tonqualität auf ein neues Level zu heben. Bereits im LG V20 hatte der Hersteller sich an einem solchen System versucht.

Mit dem neuen Digital-Analog-Converter (DAC) möchte LG seinem Smartphone besser ausbalancierte Klänge entlocken, da das neue System wohl beide Kopfhörer-Seiten getrennt voneinander ansteuern kann. Das Quad-DAC-System platziert vier dieser Konverter auf einem Chip und soll 50% weniger Störgeräusche verursachen, als ein einzelner DAC. Das Ergebnis soll ein insgesamt sauberere Sound sein.

Dazu passt auch, dass LG beim G6 wohl an dem analogen 3,5-mm-Klinkenanschluss fest hält, der jahrelang als Standard für die Verbindung von Headsets und Kopfhörern galt, von immer mehr Herstellern aber zugunsten einer flacheren Bauweise der Smartphones weggelassen wird. Diese Hersteller bieten Zubehör mit USB Typ-C an oder setzen auf kabellose Lösungen.

Software des LG G6

LG G6 hört auf den Google Assistant
Schon Ende Februar soll das lang erwartete Top-Smartphone des Elektronikherstellers LG auf dem Mobile World Congress in Barcelona enthüllt werden. Nun wurde auf den letzten Drücker eine weitere Besonderheit des neuen G6s enthüllt. Laut Angaben von Business Korea soll das Gerät mit dem intelligenten Sprachassistenten “Google Assistant” ausgestattet werden. Dieser stellt ein Pendant zu Apples Siri und Amazons Alexa dar.

Die großen Technologieunternehmen LG und Google scheinen eine weitreichende Partnerschaft gestartet zu haben. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die Unternehmen gemeinsam zwei neue Smartwatches herausbringen werden – die LG Watch Sport und die LG Watch Style. Auch die beiden High-Tech-Uhren sollen den Google-Sprachassistenten erhalten.

Google bekommt Verstärkung von Alexa
Während die Integration des Google Assistant als so gut wie sicher gilt, gibt es nun neue Spekulationen, nach denen das LG G6 mit gleich zwei künstlichen Intelligenzen ausgestattet sein soll. Dies berichtet die US-Ausgabe des Magazins CNET.

Brennstoff erhielten die Spekulationen durch einen Teaser, den LG veröffentlicht hat und mit der das Unternehmen seine Pressekonferenz im Rahmen des Mobile World Congress ankündigt, auf der das kommende Flaggschiff LG G6 vorgestellt werden soll. Dort heißt es “Less Artificial. More Intelligence”, zu Deutsch etwa “Weniger künstlich. Mehr Intelligenz”, und verheißt dort außerdem, dass LG das Smartphone der nächsten Generation zuerst herausbringen werde.

TEILEN
Vorheriger ArtikelSamsung Gear IconX für 149€
Nächster ArtikelLG G6

Hinterlassen Sie eine Antwort