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Auch wenn auf den großen Auto mobil Messen noch immer die benzingetriebenen Ps Monster im Fokus stehen: Die Zukunft gehört dem Elektroauto. So langsam macht sich die Trendwende auch hierzulande bemerkbar: Im Oktober 2017 wurden 2180 Elektro-Pkw ge kauft 86,8 Prozent mehr als im Oktober 2016. Und 8410 Hybrid Autos bedeuten ein Plus von 67,8 Prozent im gleichen Zeitraum. Zwar sind das gemessen an 272 855 Neuzulassungen insgesamt immer noch bescheidene Zahlen. Aber aller Anfang ist ja bekanntlich schweiz

Natürlich treibt nicht zuletzt der Dieselskandal die Autohersteller zu Investitionen in Richtung Elektromobilität. Doch dem Durchbruch steht neben den immer noch ver gleichsweise hohen Anschaffungskosten für Elektroautos vor allem ein Hindernis im Weg: Es fehlt schlicht an Lademöglichkeiten. Diesen Mangel will ein neues Unternehmen namens Ionity aus der Welt schaffen.

Hinter diesem Namen verbirgt sich ein Konsortium aus führenden Autoherstellern: BMW, Mercedes, Ford sowie der VW Konzem mit seinen Tochtergesellschaften Audi und Porsche haben sich zusammengetan, um die Elektromobilität entseheidend voranzubringen. Das junge Joint Venture hat seinen Sitz in München und wird von Dr. Michael Hajesch und Dr. Marcus Groll geleitet.

Das ehrgeizige Ziel: Bis 2020 will Ionity 400 Schnellladestationen in Deutschland, Österreich und Norwegen betreiben. Der Aufbau der ersten 20 Stationen startet noch in diesem Jahr, bis Ende 2018 sollen es schon rund 100 sein. Jede station wird öffentlich zugänglich sein, über mehrere Ladesäulen verfügen und im Abstand von maximal 120 Kilometern zur nächsten liegen.

Doch Ionity will nicht nur ein engmaschiges Ladenetz stricken, sondern auch die Ladezeit deutlich ver kürzen schließlich will niemand auf einer längeren Reise stundenlang an der Ladesäule warten. Deshalb setzt Ionity auf sogenanntes High Power Charging: Die HPC Stationen liefern eine Iadeleistung von bis zu 550 Kilowatt pro ladepunkt. Der Ladevorgang soll laut Ionity „nicht länger als eine Kaffeepause“ dauern, den Saft für rund 400 Kilometer soll ein kompatibles Auto in nur rund zwölf Minuten tanken einen Benzin oder Dieseltank zu füllen geht kaum schneller.

Elektroautos, die mit einer derartigen Ladeleistung zurechtkommen, sind bislang aber noch gar nicht auf dem Markt. Zum Vergleich: Das bereits existierende Supercharger Netzwerk von Tesla arbeitet mit maximal 145 Kilowatt Leistung.Andere Elektroautos, etwa der Bestseller Nissan Leaf, kommen auf 50 Kilowatt. Ionity investiert also vor allem in die Zukunft der Elektromobilität.

Solche Super-Schnellladesäulen sind zwar für Autofahrer praktisch, aber nicht unumstritten. Denn für das Stromnetz bedeuten sie eine hohe lokale Belastung. „Einfache“ Ladesäulen mit einer niedrigeren Ladeleistung lassen sich dagegen deutlich verträglicher ins Stromnetz einbinden.

Die beteiligten Autobauer setzen darauf, dass sich noch Weitere Hersteller dem Joint Venture anschließen. Schon deshalb werden anders als bei den Tesla-Chargern an den lonity-Stationen auch Elektroautos anderer Marken laden können, zum Beispiel der beliebte Renault Zoe. Die Nutzung ist also nicht auf die am Konsortium beteiligten Hersteller beschränkt.

Die Stationen sollen zunächst vor allem an Auto bahnen und Hauptverkehrsachsen errichtet werden. Als Partner holte Ionity unter anderem den deutschen Raststättenbetreiber Tank & Rast sowie das österreichische Tankstellenunternehmen OMV ins Boot. Wo genau die Ionity-Charger zu finden sein werden, darüber gibt das Unternehmen derzeit allerdings noch keine Auskunft.

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